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Dänemark, Legoland und jede Menge Wasser

Unsere Ostertour ging in diesem Jahr nach Dänemark, auch wenn das Wetter im hohen Norden nicht das Beste war. Auch im Legoland in Billund hatten wir nur 3 Grad und etliche Hagelschauer, dafür aber keinerlei Wartezeiten im Park. Fast schon stressig… ;o)

Die Rücktour hatten wir mit entlang der Nordseeküste etwas ausgeweitet. Über Römö, Nordstrand, vorbei am NOK gings entspannt wieder heimwärts nach einer recht entspannten Woche.

Stellplätze:
Kisdorf (nördlich von Norderstedt/Hamburg)
Sillerup Bjerg (Dänemark)
Billund (Dänemark)
Ribe (Dänemark)
Aventoft
Schacht-Audorf
Sauensiek
Garrel

Tour-Impressionen:

Klar Schiff in Dernau

Auch Kleinigkeiten bringen uns hier voran, schnell noch das nötigste mit eingepackt und ab ging´s ein Wochenende nach Dernau. Mit dabei 200 Eier, Werkzeuge, Schraubzwingen, tausende von Schrauben, Rauspundbretter und Gitterboxen. Damit geht´s erstmal weiter!
UND, die Bautrockner laufen und laufen. OHNE würde die Wände noch immer voll mit Wasser sitzen. Gut ist, dass mit dessen Abwärme die Häuser auch noch frostfrei bleiben!

Harsewinkeler Baustoff-Hilfe im Ahrtal – Was bisher geschah

Mehr als 6 Monate sind seit der größten und teuersten Naturkatastrophe Deutschlands in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vergangen und es ist klasse mit anzusehen und den Mut zu spüren, dass es jeden Tag einen Schritt weiter geht in den Katastrophengebieten!

Aber was ist eigentlich passiert vor dem 14./15. Juli 2021?
Sehr starke und punktuelle Regenfälle mit über 300 Liter pro Quadratmeter haben binnen kürzester Zeit den Westen Deutschlands heimgesucht. Diese führten erst zu kleineren Überschwemmungen, die sich beim Zusammenfluss in die Täler dann zu einer nicht beschreibbaren zerstörerischen und leider auch todbringenden Flutwelle zusammengeschlossen haben, so auch im Ahrtal aus dem ich an dieser Stelle berichten kann.

Wir selbst waren zu der Zeit mit dem Wohnmobil auf einer Deutschland-Rundreise, welche wir mit einem Besuch bei Familie, Freunden und Bekannten in Dernau im Ahrtal abschließen wollten. Wandern, Wein trinken und miteinander Zeit verbringen, das waren unsere eigentlichen Ziele. Es war bekannt, dass es ein Hochwasser geben wird und auch, dass die Hochwasser-Marke aus 2016 erreicht werden könnte.
Noch am Tag vor der Flutnacht hatten wir direkten Kontakt nach Dernau, wo um 17 Uhr Sandsäcke gefüllt und verteilt wurden. Leider war diese Aktion im Nachhinein betrachtet völlig an der Realität vorbeigeplant. Am Abend riss der Kontakt ab und wir hatten keinerlei Info, was gerade geschah vor Ort.
Wir hatten uns darauf verständigt einen Tag eher zu kommen. Wischen, ein bisschen aufräumen und dann wird´s schon werden.

Früh am Morgen fuhren wir in Richtung Ahrtal und auch durch die Medien war das Ausmaß durch die Nacht nicht bekannt und nicht verbreitet worden. Bei der Überfahrt über die Ahrtalbrücke auf der A61 bekamen wir einen ersten Eindruck. Das ist nicht gut gegangen. Kein Kontakt, keine Infos, kein nichts.
Wir versuchten uns die letzten 20 km durchzuschlagen. Gesperrte Straßen, keine funktionierenden Brücken, Straßen die erst gar nicht mehr vorhanden waren. Durch Ortskenntnis und Glück haben wir einen Weg bis zum Aussichtspunkt über Dernau gefunden. Endstation. Ein Bild, dass wir nie vergessen werden. Wechselschuhe, ein paar Flaschen Wasser und ein Handtuch und ich bin direkt runter ins Tal.

Unten im Dorfkern ging das Wasser erst nur langsam zurück. Die ersten Bewohner fingen an ihre Häuser auszuräumen, während im unteren Teil von Dernau die Erdgeschosse noch komplett überflutet waren.

Immer mehr Hubschrauber kamen am späten Vormittag ins Tal geflogen und begannen mit der Menschenrettung aus der Luft. Personen wurden ausgeflogen und in den Weinbergen abgesetzt. Ein Wiedersehen, welches ich mir so nicht vorgestellt habe, als wir Familie und Nachbarn aus der Luft in Empfang nahmen.

Ab diesem Zeitpunkt kamen immer mehr zivile-, ehren- und hauptamtliche Helfer in die von der Flut betroffenen Regionen und packten mit an. Allen voran die Landwirte mit ihren Treckern, Kippern und Mulden, welche sofort damit begannen Schutt, Geröll, Sperrmüll und alles andere aus dem Weg zu schaffen. Eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft rollte aus dem gesamten Bundesgebiet an. Erste Spenden wurden gesammelt und verteilt, Verpflegungsstellen und Unterkünfte wurden aus der Not heraus aus dem Boden gestampft.
Und wie man sich nach drei Tagen über ein Dixi-Klo freut, das da auf einmal vor der Tür neben einem 1.000 Liter Fass mit Trink- und Frischwasser steht, ist unbeschreiblich.

Gerade in der ersten Phase des „Wiederaufbaus“ nach der Flut ging es darum die Häuser frei zu räumen, vom Schlamm zu befreien und den nassen Putz und Estrich aus den Häusern zu entfernen. Allein das ist und war eine Mammutaufgabe für die Anzahl an nicht mehr bewohnbaren Häusern.
Mit mehreren Freunden und Arbeitskollegen waren wir für diese Einsätze mehrfach vor Ort. Und wer einmal zum Helfen da gewesen ist, der kommt immer wieder!

Unter diesem Motto konnten wir von hier bereits einiges organisieren, vorbereiten und vermitteln. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, gesammelte (Sach)-Spenden zielgerichtet und nach Bedarf Vorort zu organisieren. Leider sind viele der Spenden wirklich gut gemeint und sehr sehr Hilfreich, aber teils auch im Überfluss vorhanden, so dass diese gar nicht mehr angenommen werden.

Umso freudiger kann ich darüber berichten, dass durch unzählige Bautrockner, mobile Heizungen, Kaminöfen und trockenes Feuerholz, welches den Weg in die betroffenen Gebiete gefunden hat, die Häuser gut getrocknet werden konnten, bzw. noch heute weiter trocknen müssen. Leider gibt es aber auch zahlreiche Gebäude, die durch die Flut so stark beschädigt wurden, dass der Abriss nicht zu verhindern war. ABER, da wo die Möglichkeit besteht, dass der Wiederaufbau starten kann, genau da werden jetzt Handwerker und Baumaterial dringend benötigt. Bei beiden handelt es sich um eine absolute Mangelressource. Handwerksarbeiten werden in Teilen durch private Initiativen gestartet und auch Firmen aus dem gesamten Mitteldeutschen Raum bieten hier ihre Hilfe und Unterstützung an. Auch aus Harsewinkel und Greffen sind bereits mehrere Firmen zum Teil von Beginn an im Flutgebiet aktiv und stellen mir für Projekte vor Ort großzügig Fahrzeuge und Material zur Verfügung. Ohne diese Unterstützung wäre schon vieles nicht möglich gewesen!

„Tu Gutes und rede darüber“ brachte in diesem besonderen Fall auch die großzügige Unterstützung durch den Harsewinkeler Baustoffgroßhandel DREPPER mit ein, welcher gleich einen kompletten Sattel Auflieger voll mit Baumaterial bereitgestellt hatte.
Der Kontakt zur Geschäftsführung wurde mir über Andreas Hanhart (LKW Fahrer bei DREPPER) hergestellt. Zwei sehr freundliche Gespräche weiter, ein voller Wunschzettel an benötigtem Material und schon stand eigentlich auch schon der Liefertermin fest.
„Baumaterial welches wir dringend für gleich mehrere Häuser für den Aufbau bei meinen Eltern, Schwiegereltern, Freunden, Bekannten und Nachbarn benötigen“, so Daniel Hess der sich vor Ort um die Verteilung und Organisation dieser Spende kümmert. Mein persönlicher Kontakt der ersten Stunde, Verbindungsmann und FREUND!

Ein herzliches Dankeschön an die Firma DREPPER und alle weiteren Unterstützer!

#solidAHRitätzeigen

Die Folgen der Katastrophe werden die Betroffenen in den Flutgebieten noch auf lange Zeit begleiten. Wir bleiben dran und unterstützen weiter wo wir können!

Volle Kraft voraus in 2022!

Den Jahreswechsel haben wir dann doch nochmal (nah) mobil verbracht!

Allen Freunden, Bekannten, Verwandten, Fluthelfern und Betroffenen, dass letzte Jahr hat uns ganz gewiss verändert. Wir werden an der Stelle weitermachen, wo wir im letzten Jahr aufgehöhrt haben und schauen positiv nach vorn.

Bleibt wie ihr seid, sonst sagt uns bitte bescheid, dass wir da was ändern müssen…

Alles Gute in 2022!