Der Zeit voraus

Am Sonntagvormittag haben wir Stockholm bei bedecktem Wetter verlassen und haben uns in Richtung Norden aufgemacht. Heute ging schließlich die Fähre rüber auf die Aland Inseln.
Bis dahin haben wir in Marholmen (eine Insel im nördlichen Teil Stockholms Schärenküste) einen Parkplatz gefunden auf dem wir übernachten konnten.
Marholmen war eine sehr seltsame Insel mit, so glauben wir einer langen Geschichte. Marholmen im Norden von Stockholm war früher eine Insel der Reichen, die dort ihre Sommerferien verbrachten. In den letzten Jahrzehnten wurde Marholmen als „Naherholungsgebiet“ der Stockholmer genutzt und angesehen. Es gibt hier eine wunderbare Infrastruktur mit einem kleinen verlassen Campingplatz. Mit verlassen, meine ich verlassen. Dieser wurde nicht mehr bewirtschaftet. Dagegen war das Strandbad mehr als Intakt. Auf dem Spielplatz war nicht ein Unkräutchen zu finden. Jetzt wird Marholmen als Konferenzinsel der Großen und Reichen genutzt. Vielleicht auch als Ferienunterkunft als Mutter-Kind-Zentrum. Wir haben es nicht herausgefunden…
Fest steht, der Besucherparkplatz diente perfekt als Übernachtungsstätte und Fabian hatte wieder am Nachmittag ausreichend Zeit, in der Schärenküste baden zu gehen. Irgendwie entwickelt er sich gerade zur absoluten Wasserratte. Im Anschluss genoss er noch das Bad in der Spülschüssel im Womo.
Am anderen Morgen bekamen wir nach leckerem Frühstück mit aufgebackenen Brötchen Besuch eines „netten“ Herren, der uns auf ganz klar mitteilte, dass dieser Platz privat sei und wir sofort fahren müssten. Ok ok… Eigentlich wollten wir noch mal auf den Spielplatz, doch das haben wir dann doch sein gelassen und verließen so ganz entspannt, gut gefrühstückt Marholmen.

Wir traten die letzten 25km in Schweden nach Kapellskär an und nahmen schon mal den Anleger in Betracht. Ok! Hafen, einmal „Loppis“, 20m Strand und sonst nichts. Wir nahmen es mit Humor und legten uns mit Fabian an den Strand. Auf der Spieldecke wurde gespielt, diniert und einen Nachmittagsschlaf abgehalten. Eine echte Multifunktionsdecke!!!
Am späten Nachmittag wurde es Zeit, den Schlafplatz ausfindig zu machen. Wohin? Auf dem Parkplatz war das übernachten verboten. 250m weiter ging eine Sackgasse erst den Hügel hinauf und dann bis zum Wasser hinunter und es bot sich ein genialer Schlafplatz direkt an einem kleinen Anleger für die uns so genannten „Elfsnaben“ – Küsten“bus“linien. Wir standen ruhig und abgelegen vom Hafen, an dem bis tief in die Nacht LKW´s rangierten, Schiffe an und ablegten und es doch sehr laut war. Bis um 3.45 Uhr war alles tutti und dann tauchte eine „Securitas-Auto“ vor uns auf und nahm wohl in aller Ruhe unser Womo unter die Lupe. Na tolle Wurst…
Das Auto zog unverrichteter Dinge wieder ab, aber bevor er die Rennleitung rufen konnte verzogen wir uns kurzerhand in den Hafen vor dem Check-In, an dem noch zwei andere Wohnmobile standen und alles war gut. Selbst Fabian hat die rumpelnde Fahrt hinten im Bett ruhig weiter geschlafen.

Nach zwei weiteren Stunden Schlaf gab es neben dem Frühstück für Fabian und mich eine Menge an Lastkraftfahrzeugen mit bis zu 10 Achsen zu überwachen. 8 Achsen pro LKW sind hier im Übrigen ganz normal…
Nach dem Check-In und dem warten in der prallen Sonne bei immer noch über 30°C am Tage durften wir als alleiniges Fahrzeug in unsere Reihe 30 fahren. Bis zum beladen waren wir auch alleine. Warum nur? Wir waren das einzige Auto, das auf den Aland-Inseln von Bord ging! Schon lustig…
Für uns fahren die extra dat Aland an! ;-)
Auf dem Deck an Schiff verfolgten wir gespannt das Ablegen und gingen nachher in die wohl klimatisierten Räume unter Deck. Ach ja! Frühstück und Brunch waren im Fährpreis mit in Begriffen und ich hab´s vergessen. Schnell noch das Buffet geplündert, Fabi Mittag gemacht und dann konnten wir nach guten vier Stunden als einiges Fahrzeug das Schiff verlassen. Es wollten jedoch einige wieder auf das Schiff, so dass sich das Anlegemanöver doch noch lohnte! Ach ja: Mit der Einreise in die finnischen Hoheitsgewässer konnten wir unsere Uhren eine Stunde vorstellen und sind nun deutscher Zeit voraus. Uns eigentlich egal, da wir die Uhren bereits abgelegt haben. Nur zwei von uns können sich davon noch nicht ganz trennen:
1. Die Fähre, die strikt nach Fahrplan fährt und…
2. Fabian, bei dem ich die innere Uhr noch nicht zum ausschlafen überreden konnte!
Auf den Aland-Inseln angekommen besuchten wir die Hauptstadt Mariehamn mit seinen 11.000 Einwohnern und schlenderten durch die Innenstadt und den Hafen. Irgendwie Luxus pur…
Wir machten uns am frühen Abend dann auf die Suche nach einem Quartier und landeten an einem Schloss im Norden der Inselgruppe auf Sund, genauer am Schloss und Freilichtmuseum in Kastelholm. Dieses werden wir dann morgen mal unsicher machen!

So langsam strengt das heiße Wetter echt an und man sucht mit Fabian jeden Platz im Schatten um sich trotz des angenehmen Windes eine kleine Abkühlung zu verschaffen, was jedoch nicht immer gelingt.
Aber mit Eis im Gefrierfach, Eiswürfel für die Cocktails ;-) am Abend genießen wir dieses traumhafte „Expeditionswetter“!

Ein paar Fakten zu den Aland-inseln:
– Selbstverwaltetes Inselreich
– Gehört seit 1921 zu Finnland, vorher zu Russland
– Besitzt eine eigene Flagge
– Währung ist der EURO
– Ist seit 1995 Mitglied der EU
– Es wird schwedisch gesprochen
– Auf den Aland-Inseln gibt es 29.000 Einwohner
– Zu den Aland-Inseln gehören 20.000 Inseln und Schären, davon sind 6.700 benannte Inseln wovon nur „60“ bewohnt sind
– Zur Geschichte: Die älteste Wohnsiedlung wurde auf das Jahr 5.500 vor Christie datiert

Genug Fakten! ;-) Hier ein paar Eindrücke…

2 thoughts on “Der Zeit voraus”

  1. Hey, Hey, das ist ja ganz schön Abenteuerlich! Wir genießen die Berichte und die tollen Fotos!
    O.k. Oma backt noch mal Plätzchen!
    Ganz liebe Grüße aus Greffen
    Hubert und Heike

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