Vom Loch Lomond nach Gretna Green im Südwesten Schottlands

Die Nacht war sternenklar und auch die Temperaturen sanken auf 4°C, so dass unsere Heizung sich langsam warm laufen konnte. Es wurde ausgeschlafen, denn es war ja schließlich Sonntag oder so?!
Neben einem guten Frühstück und dem Blick auf den Loch Lomond planten wir den hiesigen Tag. Unsere Strecke führte uns als erstes zu der nächst größeren Tankstelle. Der Diesel vorne im Womo hatte ein wenig Nachdurst nach so viel Kurverei durch den Nordwesten Schottlands.
Weiter ging es an Glasgow vorbei, welches wir links liegen ließen, bis nach Gourock. Hier einen passenden Parkplatz zu finden war nicht so einfach. Wir genossen so die Vorbeifahrt an der Promenade und endeten schließlich in Largs an der großen Marina südlich der Stadt. Prima, Übernachtungsplatz schon gefunden! Hier war auf den öffentlichen Parkplätzen ausreichend Platz dort stehen zu bleiben.
Nach der Mittagspause brachen wir zu Fuß auf in den Sportboothafen. Eine unzählbare Anzahl von Booten die hier im Hafen und auf Land lagen. Von dort aus marschierten wir zurück in die Stadt und ließen den touristischen Trubel auf uns wirken. Natürlich durfte auch auf dem Rückweg der Besuch auf dem riesigen schön angelegten Spielplatz für Fabian nicht fehlen. Was fehlte, waren allerdings am Nachmittag die Kräfte für eine ausdauernde Spielzeit. So ganz ohne Mittagsschlaf war dies schon etwas schwierig… ;-)
Passend zur Tea-Time waren wir zurück am Womo. Tea-Time, Nöneken für den Papa, Dämmerschoppen, Abendessen! Was für eine Kombination…
Ein schöner Tag bei schönem Wetter!

In der Nacht zog dann vom Atlantik der erste richtige Herbststurm über uns hinweg. Wir wurden kräftig durchgeschüttelt, die Bäume rauschten und wer schlief weiter? Fabian natürlich… Der hatte die Ruhe weg!
Auch nach dem Aufstehen peitschte der Wind noch um das Womo und ließ die hinter uns stehenden Bootsmasten anfangen zu jaulen. Ein toller Sound! Zum Durchlüften reichte es aus 30 Sekunden zwei Fenster am Womo zu öffnen.
Nach dem Frühstück rödelten wir noch ein wenig herum bevor es dann an der Küste entlang an Ayr vorbei zum Culzean Castle ging. Das hoch über dem Meer an den Klippen liegende Culzean Castle ist wohl eines der schönsten und berühmtesten Schlösser Schottlands, welches im 14. Jahrhundert erbaut und ab dem Jahr 1777 zu einem Adelssitz vom schottischen Architekten Robert Adams umgebaut wurde. Wir gönnten uns den Besuch und wurden von den Parkanlagen und einem Rundgang durch das „Schlösschen“ echt nicht enttäuscht. Seit dem Jahr 1945 wurde dieses Schloss im Übrigen dem Schottischen National Trust vermacht und wird für die Nachwelt erhalten. Ebenso wird ein Teil des Gehöfts und des Schlosses als Hotel genutzt.
Zu Fuß wanderten wir lange durch die Parkanlagen, genossen eine Fahrt mit dem Castle-Bus-Shuttle zur Cafeteria (Ein Golf Caddy oder auch Papamobil mit persönlichem Fahrer und 8 Sitzplätzen) bevor wir uns mit einer 30 minütigen Wanderung durch die sehr gepflegten Parkanlagen und Gärten auf den neu angelegten Spielplatz begaben. Der Spielplatz war schlossmäßig mit einer Brüstung aufgebaut und wirklich riesig. Zig Rutschen, Röhren, Spielgeräte, usw. machten für Fabian den Besuch mehr als zu einem Abenteuer. Auch wir hatten unseren Spaß! Der Wunsch nach solch einem riesigen Spielgerät ist erwacht! Da können sich Keuper und Laumann schon mal warm anziehen! Bald ist Weihnachten… ;-)
Die Wanderung komplett über das Gelände zurück zum Campingplatz wo wir unser Womo geparkt und bereits vor dem Besuch eingecheckt hatten, war dann doch etwas länger und mit Fabian auf den Schultern auch wirklich lang genug. Das Guinness aus der Dose und für Fabian eine Fruchtschorle bauten uns jedoch schnell wieder auf. Mit dem gemeinsamen Abendessen endete unser spannender Tag am Schloss.

Die Nacht auf dem Campingplatz war sehr sehr ruhig und auch die gelegentlichen Schauer, die auf das Womodach prasselten, waren richtig entspannend!
Passend zum Aufstehen hörte es auf zu regnen und die Sonne lugte durch die Wolken. Mit aller Zeit der Welt machten wir das Womo startklar und genossen noch die Zeit auf dem Campingplatz mit Ver- und Entsorgen. Der Platz war im Übrigen echt empfehlenswert mit seinen sehr gepflegten Grünanlagen, top Rasen und super sauberen Sanitäranlagen. Doch eines gilt es zu beachten: Fahre selbst zum Wenden niemals mit den Antriebsachsen des Womos auf britischen Rasen. Man sackt gnadenlos ein, dreht den Rasen auf links und bekommt dann noch `nen Anranzer vom Platzwart. Er nahm es gelassen und begann sofort mit dem planieren meiner zwei Löcher. Die Muttke saß dafür nachher bis oben am Dach, aber ich bin ohne fremde Hilfe wieder raus gekommen.
Vom Campingplatz am Culzean Castle fuhren wir dann über die wunderschöne Landschaftsroute bis nach Dumfries. Unterwegs war wieder mehrmaliges Halten, Staunen, Genießen und Fotografieren angesagt.
In Dumfries selbst besuchten wir nur die Touristeninformation „Visit Scotland“. Hier bekamen wir eine sehr freundliche und hilfsbereite Auskunft über die schönsten Ziele und Attraktionen in der Region. Eine echte Bereicherung so eine Einrichtung!
Aus Dumfries heraus fuhren wir am Nachmittag gute 8 km weiter südlich nach Glencaple. Hier wiederum fuhren wir auf einen alten Pier und nutzen diesen als Übernachtungsplatz. Diese Pier´s haben es uns irgendwie angetan! ;-)
Mit einem kleinen Rundgang, Spielplatzbesuch (ein echter Abstieg zum Vortag) und einer kurzen Shoppingtour beendeten wir den Tag, der sowohl unterwegs etwas Nieselregen als auch Sonne brachte. Nach dem Abendessen gab es dann noch einen faszinierenden Sonnenuntergang! Very lovely würde der Schotte sagen…

Tief und fest haben wir alle geschlafen! Der vorletzte Tag in Schottland ist angebrochen. Unsere Tour führt zurück an die schottische Grenze nach Gretna Green. Hier wo die ganzen Heiratswilligen sich auch spontan das JA-Wort geben können, werden wir unsere Mittagspause einlegen und zum letzten Mal das Free-WiFi nutzen um diesen Blogeintrag hochzuladen. Der letzte aus Schottland… (Schnüff!)
Von nun an geht´s heimwärts…
Aber da kommt auf jeden Fall noch was hinterher, denn bis nach Hause sind es noch drei vollgepackte Tage mit vielen Highlights!

Und jetzt genug gelesen, hier die Fotos zum Schmunzeln und Genießen…

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