Zwischen Lachs, Preikestolen und Leuchttürmen

Ein falscher Schritt durch die Tür und man läge im Wasser! So war das Aufstehen direkt an der Kaimauer schon ein Akt der höchsten Konzentration. Mit Sonnenschein und Lachs zum Frühstück starteten wir perfekt in den Tag. Unsere Fahrt von Hjelmeland führte uns nach Jørpeland zur Mittagsrast. Wir standen direkt am Gästehafen und machten von dort aus unseren Stadtrundgang und kauften für die nächsten paar Tage ein. Unseren Übernachtungsplatz suchten wir dann im Preikestolen-Camping ca. 4 km vor dem Wanderparkplatz. Den Aufstieg selber planten wir aber erst für den folgenden Tag. Wir genossen den Nachmittag und spannten bei schönstem Sonnenschein und richtig warmen Wetter einmal richtig aus. Fabian konnte nebenher, wo wir den riesigen Lachs zum Grillen vorbereiteten, sich auf seiner Spieldecke austoben. Eigentlich eher neben der Decke… ;-)
Der gegrillte Lachs (1,3 kg Filet) war mehr als ein Gaumenschmaus! Wir beendeten den Abend schon frühzeitig und freuten uns auf den kommenden Tag!

Schon recht früh war Aufstehen angesagt. In Ruhe Frühstücken, Rucksack packen und dann ging es los mit einem Womo zum Wanderparkplatz an der Preikestolen-Fjellstue. Der Weg führte uns anfangs über Schotterpisten, dann über gut ausgebaute Felsstufen immer weiter in die Höhe. Über Trittbretter im Moorrastbereich, einigen Geröllfeldern und dem ein oder anderen Felsplateau gelangten wir nach 350 Höhenmetern an die Kanzel des Preikestolen. Ein gigantischer Ausblick auf den Lysefjorden und das mit weiteren hunderten Touris, die sich mit uns den Weg hinauf schlängelten. Und Fabi lachte jeden an und jeder lachte zurück. Eine echte Rampensau der Kleine! Hätten wir für jedes lächeln und jedes getätschel einen Euro genommen, dann würden wir spontan noch vier Wochen bleiben…
Wir machten uns schon wieder zeitig auf den Rückweg, immer langsam und vorsichtig. Hinauf ging es ja noch, aber mit Fabi vor dem Bauch wieder hinab, war dies schon derbe anstrengend. Man sieht nicht wirklich wo man hintritt und dementsprechend langsam war auch das Tempo. Wir waren alle froh wieder heil nach 6 Stunden und den knapp 8 km Wanderstrecke unten angekommen zu sein. Rico wartete unterdessen auf dem Campingplatz im Wohnmobil. Besser war es…
Zurück am Womo gingen wir ausgiebig duschen, machten Essen zur letzten gemeinsamen „Henkersmahlzeit“ und verbrachten gemütlich draußen den Abend.
Im Übrigen war es das zweite Mal, dass wir zwei Nächte auf ein und dergleichen Stellen gestanden haben!

Zum Abschied von meinen Eltern auf Zeit weinte es vom Himmel. Es regnete leicht… Wir frühstückten ausgiebig, Ver- und entsorgten das Womo noch auf dem Campingplatz und machten uns wieder ab auf die Straße. Bis zur letzten Fjordfähre in Norwegen hatten wir immer mal wieder Sichtkontakt. Nach der Überfahrt trennten sich dann die Wege nach gut einer Woche gemeinsamen Unternehmungen. Eine tolle Zeit, die wir da verbracht haben!
Melanie, Fabian und ich schlugen den Weg wieder Richtung Küste ein. Irgendwie zieht es uns immer wieder ans Wasser und an die Leuchttürme. Südlich von Stavanger strandeten wir am Hafen von Tangarhaugen (Sele Havn). Mit Blick auf den Leuchtturm von Feistein (Feistein Fyr) auf einer vorgelagerten Insel fanden wir auch gleichzeitig unseren Übernachtungsplatz im strömenden Regen. Ein Regentag mit ein paar trockenen Stellen zwischendurch. Im Übrigen der erste nach knapp sieben Wochen!
Nach dem ausgiebigen Mittagsschlaf erkundeten wir in der Regenfreien Zeit die Lage. Sehr nett und das in bester Strandlage!
Am Abend genossen wir den leichten Regen auf dem Wohnmobildach entspannten bei einer Runde Kartenspielen, bevor wir früh ins Bett wanderten.

Wach werden, Aufstehen und der Starkregen von letzter Nacht hatte sich verzogen. Gut so, was soll denn sonst bloß aus unserer Schlechtwetterstatistik werden… ;-)
Unsere Weiterfahrt führte uns nun auf die RV 44 weiter den Süden entgegen. Über tolle Straßen durch einen wunderschönen und grünen Teil Norwegens. Viele Gewächshäuser und Steinmauern säumten die Straßen. Wir waren uns nicht mehr so sicher ob wir nun durch Holland oder doch aufgrund der Steinmauern in Irland unterwegs waren. Doch plötzlich von einem auf den anderen Kilometer, da waren sie wieder da. Die Felsen, die schroffe Natur und die kurvigen Straßen hatten uns zurück. So fuhren wir direkt zum Parkplatz in Ystebrød bei Egersund, von dem aus ein Fußweg zum Eigerøy Fyr (Leuchtturm) führt. Der Check-In war völlig unproblematisch. Parklücke aussuchen, Rückwärtsgang rein und mit Schwung zurück. Fertig!
Nach dem Mittagsschlaf machten wir uns dann auf dem Weg zum Leuchtturm. Der gut 1,7 km lange Fußweg war geschottert und durchaus bis auf die ausgewaschenen Regenrinnen mit dem Kinderbuggy zu befahren. Nur die letzten 500 Meter passten wir. Kletterei über die Felsen mit Buggy war dann doch nicht angebracht. Von dem Aussichtsplateau genossen wir die schöne Aussicht im Sonnenschein auf den Leuchtturm und das weite Meer.
Das Abendessen rief und so verbrachten wir noch einen ruhigen Abend.

Am anderen Morgen packten wir wieder früh unsere sieben Sachen zusammen und verabschiedeten uns bei dem netten kleinen Stellplatz. Wir fuhren über sehr enge Straßen, durch traumhaft schöne Felsformationen auf direktem Wege nach Åna-Sira. Ich kannte dieses Örtchen von unserer letzten Angeltour im vergangenen Jahr. Viel hat sich hier nicht getan bis auf ein paar neue Häuser, neuen und renovierten Anlegern. Am Nachmittag spazierten wir einmal hoch bis zum Wasserkraftwerk, dass aber wohl für heute schon genug Strom produziert hatte und die Schleusen wohl schon geschlossen waren. Ansonsten wäre aus dem Fjord, wie ich es aus dem letzten Jahr kenne, ein schnellfließender Fluss geworden.
Neben ein paar Ferienhausbesuchern und zwei kräftigen Regenschauern war hier gar nichts los und wir standen alleine auf unserer Landzunge MIT bester Aussicht auf den Fjord! Im Abendlicht ein ganz tolles Bild…

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One thought on “Zwischen Lachs, Preikestolen und Leuchttürmen”

  1. Hey, mal wieder ein sehr schöner Blogeintrag! Es war eine wunderschöne Woche und Rico schaut noch jeden morgen wo Fabi ist. Morgen geht es für uns auf die Fähre und dann langsam der Heimat entgegen! Es war eine wu derbare Zeit!

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