Sommer, Sonne, Norwegen – Expeditionswetter!

Nach dem letzten Blog-Eintrag haben wir dann noch die Lofoten wieder verlassen. Die erst geplante Methode mit einer Fähre „schnell“ überzusetzen und damit Kilometer zu sparen, erwies sich dann doch teurer als die Strecke zu fahren. Die Zeit dafür hatten wir wohl noch und Diesel war auch genug im Tank!
Wir fuhren bis kurz vor Narvik und fanden unseren Stellplatz unweit der E6 direkt am Ende des Ofotfjorden. Ein kleiner Parkplatz mit Sandstrand und prima Ausblick auf die untergehende Sonne!
Mit diesem Sonnenuntergang beendeten auch wir diesen Trödel- und Fahrtag.

Unser Fazit zu den Lofoten:
Viele schwärmten bereits vor unserer Tour von den Lofoten. Dort sei es wunderschön!
Ja, es ist sehr schön dort und die Natur mit den Berg-, Fluss-, Seen- und Fjordlandschaften war schon sehr nett.  Als das Reisehighlight würden wir es dennoch nicht beschreiben. Wir haben die Lofoten ausserhalb der Reisesaison besucht und konnten auch so die leeren Straßen, Campingplätze und Städte/Dörfer für uns beanspruchen. Im Hauptreisemonat Juli sieht es wohl ganz anders aus. Da sind wohl die gesamten Lofoten mit Touristen überfüllt. Busse weise werden sie auf die Inselgruppe gebracht und von Stadt zu Stadt und von Attraktion zu Attraktion befördert. Ein wenig Kommerz steckt schon dahinter. (Wir lieben dann doch mehr die kleinen Dörfchen bzw. Küstenstädte entlang der Küste – Das ist für uns der eigentliche Flair Norwegens!)
Auch wenn wir gerne mal einen Campingplatz besuchen um beispielsweise die Toilette zu entsorgen, Abwasser abzulassen, uns mit Frischwasser zu versorgen und einfach mal den Tag einen lieben Tag sein lassen wollen, war es auf den Lofoten NICHT bis sehr begrenzt möglich „Frei“ zu stehen, sprich ohne Anbindung an feste vorgegebene Stellplätze oder ähnliches. Dieses Freiheitsgefühl was einen sonst in Skandinavien sehr sehr häufig geboten wird, steht hier nicht zur Wahl. Schade…
Abschließend können wir nur sagen: Wir hatten tolles Wetter, die Straßen sind perfekt ausgebaut, die Beschilderung ist gut und die Leute sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn die Verkaufskraft und das Geld der Touris hier sehr gerne entgegengenommen wird.
Wir waren da, haben es genossen, aber zwei Wochen Urlaub werden wir dort nicht gezielt verbringen! ;-)

Trotz der „Autobahn“ im Rücken (in Norwegen zu 98% einspurig, ohne Mittelleitplanke und öfters auch mal ohne Mittelstriche) verbrachten wir eine ruhige Nacht. Die Sonne lacht und um 8 Uhr hatten wir bereits 13°C im Schatten! (Zurzeit wohl mehr als in „Good old Germany“)
Zeitig machten wir uns auf und besuchten die Nord-Norwegische Stadt Narvik. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche und einem kleinen Stadtrundgang ging es auf in Richtung Fischerhallen. Dort fanden wir allerdings nur eine Ladentheke voll mit Fisch vor. Mehr nicht… Von Fischerhallen hatten wir uns doch etwas anderes versprochen. Unverrichteter Dinge ging es zurück zum Womo. Umparken war angesagt da die Parkuhr nicht mehr hergab.
Wir fuhren zur Seilbahn, die auf den Narvikfjellet, den Hausberg Narviks heraufführt. Bevor wir jedoch hoch fuhren (das ging auch erst ab 12 Uhr) brachten wir noch die Greffener Fahne zur Post. Knapp 5 Wochen war diese jetzt mit uns unterwegs. Sie hat kurzfristig noch einen anderen Auftrag herein bekommen und so ging es dann mit ihr via Luftpost nach Hause! Wir hatten eine tolle Zeit und viele nette Aktionen mit der Fahne auf unserer Tour unternommen. Alle Bilder mit der Greffener Fahne sind auf https://Fahne.Greffen.de zu finden.
Nach dem Einkauf auf dem Rückweg, dem Mittagessen ging es dann hoch auf den Berg. 768 Meter hoch brachte uns die Kabinen-Seilbahn und das bei schönstem Sommerwetter! Der Ausblick von Oben herab auf die 18.500 Einwohner Stadt Narvik war gigantisch! Wir genossen gut zwei Stunden auf der Plattform bevor wir schweren Herzens uns wieder auf die Talfahrt machten, um dann doch noch ein paar Kilometer Strecke zu fahren.
Endpunkt unserer Reise war der Leuchtturm in Tranøy kurz vor dem Ende der Welt. Der Leuchtturm in Rot / Weiß mit Blick rüber auf die Inselgruppe der Lofoten war ein Traum. Das Wetter und das Abendlicht gaben uns dazu den Rest. Was für ein Tag…
Ach ja, Abendessen: Es gab dann doch noch frischen Wildlachs schmackhaft angebraten an frischen Salat mit Thousand Island Dressing, dazu Weißwein und Dosenbier! Wat war dat doch derbe lecker…
(Ein Bild gab es nicht dazu – Vor lauter Vorfreude haben wir ganz das Fotografieren vergessen! ;-) )

Vom Leuchtturm ging es dann am anderen Morgen schon relativ früh wieder zurück auf die Straße, die uns weiter nach Süden bringt. Wir kringeln uns über die E6 mit Serpentinen, Baustellen und Tunneln. Die Norweger sind wahre Meister auf ihren Baustellen und man wünschte sich, dass sich in Deutschland auch immer alle Maschinen dort bewegen. Und Baustellenampeln gibt es hier auch nicht. Diese werden durch zwei „Aushilfskräfte“ ersetzt, die über Funk den jeweiligen Verkehr freigeben. Große Staus haben wir hier noch nicht gesehen!
Kurz vor Mittag war es dann soweit: Kurz hinter Fauske bogen wir links ab auf den Riksvegen 17 – Die Reichsstraße Nummer 17. „Dieses sei die schönste Küstenstraße Norwegens“, wurde uns über viele Ecken berichtet. Stimmt, die ersten Kilometer waren echt super zu fahren. Unser erstes Ziel auf der RV17 war Saltstraumen. Der Saltstraumen ist der größte Mahlstrom der Welt! Fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwängen sich mit bis zu 20 Knoten (XX km/h) im Laufe von 6 Stunden durch die 3 km lange und 150 m breite Meeresenge. Was für ein Strom mit riesigen Strudeln von bis zu 10 m Durchmesser. Das ganze geschieht durch die Gezeiten viermal am Tag. Was für ein Naturspektakel auch bei Regen! (Sehenswert!)
Weiter den RV17 herunter fanden wir dann in Storvik am kleinen Hafen und Übernachtungsplatz. Mit einer tollen Sonnenuntergangsstimmung und den Bergen im Abendrot mit tiefhängenden Wolken beendeten wir unseren Fahrtag mit über 300 Kilometern Wegstrecke.

Fabi entpuppt sich heute mal als Langschläfer und wir stiegen erst um kurz vor acht aus den Betten. Nach dem Frühstück folgte das übliche Prozedere: Abwaschen, aufräumen, Fabian wickeln und anziehen. Langsam kommt in diesen Sache Routine in unserem Ablauf…
Zack und schon war die Routine wieder vorbei. Wir starteten den Motor, versorgten das Womo mit Frischwasser und entsorgten unser Grauwasser sowie Toilette in der kostenlosen Ver- und Entsorgungsstation in Storvik. Weiter auf dem RV17 durchfuhren wir fast unzählbar viele Tunnel, sahen etliche Gletscher von der Straße und nahmen zwei Fähren á 15 und 60 Minuten und überquerten dabei auch wieder den Polarkreis! Am frühen Nachmittag fanden wir auf dem Parkplatz direkt am Sjona-Fjord dann schon unseren Nachtstellplatz (Hellåga) MIT Aussicht und Angelmöglichkeit. Ob was beißt, das werde ich erst am Abend nach einsetzen der Flut feststellen! Mal abwarten…
So nutze ich vor dem Abendessen dann noch schnell die Zeit zwischen Kochen und Spielen um diesen Blog Online zu setzen.
Zum Wetter: Wie sollte es anders sein – Sommer, Sonne, strahlend blauer Himmel und 19°C!
Expeditionswetter…

Genug geschrieben! Hier unser Fotoband von den vergangenen Tagen! ;-)

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Unterwegs auf den Lofoten

Die Spannung einen Stellplatz zu finden war kaum noch zu ertragen! ;-) Erst rechts, dann links, dann 2 km durch einen tiefen Wald und dann bitte noch einmal rechts. Schwubs da waren wir wieder an einem Fjord angekommen. Wir fanden unseren Stellplatz für die Nacht an einem Coop, einem kleinen Supermarkt, direkt an einem nicht mehr benötigten Fähranleger gelegen. Ein Top Stellplatz mit Aussicht, wie wir mittlerweile sagen! Der Blick auf den Fjord sowie die Berglandschaften im Hintergrund machen definitiv süchtig. Nach dem Abendessen haben Fabi und ich noch schnell die Angel zu Wasser gelassen. Resultat: 5 mittlere Seelachse – Frisch filetiert und ab in den Kühlschrank. Für ein Abendessen noch etwas dürftig, aber vielleicht geht ja noch was.

Am anderen Morgen ging es dann bei schönstem Wetter auf in Richtung Lofoten. Die Sonne lachte und bei 18°C war schon fast wieder Zeit für die kurze Hose. Wir fuhren bis kurz vor Mittag, um die Inselgruppe der Lofoten zu erreichen. Eine tolle Strecke, die es da zu fahren galt. Das ist mal richtiges Norwegen! Wie falsches Norwegen aussieht, das weiß von uns allerdings keiner…
Wir überquerten die Brücke bei Evenskjer. Direkt hinter der Brücke nutzten wir den Parkplatz für unsere Mittagsrast. Klare Rollenverteilung: Die Frau kümmert sich um das Kind und den Haushalt und der Mann geht auf die Jagd! ;-) Angel in die Hand und los ging es!
Jeder Wurf ein Treffer und so landeten 13 mittelmäßige Seelachse im Eimer! „Das gibt ein Festessen heute Abend“, sagte ich zu Melanie als ich mit dem Eimer voll Fisch zurückkam. Filetiert und fertig für den Kühlschrank ging es weiter über die Lofoten bis zu unserem Platz für die Nacht. Ein nicht bemannter Campingplatz direkt am Trollfjorden mit traumhaft schöner Aussicht!
Direkt vor uns, so knapp 25 Meter vor uns her fuhr dann noch eine der Schiffe von den HURTIGRUTEN, die ebenso diesen Fjord passieren. Klasse Aussicht und das auf die Greffener Fahne, die noch schnell hervor gekramt wurde!
Zum Abendessen gab es dann gleich zwei Pfannen voll frischen Fisch. Lecker ohne Ende!!!
Voll gefuttert und zufrieden mit dem Tagewerk ließen wir den Tag bei Wein und Bier völlig entspannt ausklingen!

Neuer Tag, neues Glück! Wir packten unsere sieben Sachen und machten uns auf Lofoten-Safari. Wir hatten am Tag zuvor zwei/drei Ziele herausgesucht, die wir besuchen wollten.
Als erstes war die Stadt Svolvær auf dem Plan. Wir suchten in Stadtnähe einen geeigneten Parkplatz – Leider vergebens. Entweder ist das Wohnmobil doch zu groß oder die Parklätze waren nur eingeschränkt nutzbar. So machten wir eine Sightseeing Tour mit dem Womo und besuchten noch schnell das Touri-Büro. Mit frischen Informationen ging es dann weiter zu dem Öko-Besucherhof Aalan Gard in Hov. Hier wurden wir freundlichst über den Hof, den Kräutergarten, den Verkostungsraum sowie durch die Käserei geführt. Die anschließende kleine Verkostung ließen wir uns natürlich nicht entgehen und erstanden dabei auch einen frisch hergestellten Ziegenkäse. Lecker!
Nach dem Mittagessen ging es weiter über die verschiedenen Inseln der Lofoten. Über Brücken, durch Tunneln, Straßen und Wege nahmen wir uns in Lyngvær inen Campingplatz direkt am Gimsöy-Fjord. Nett war auch, dass es hier neben Gratis WLAN auch einen Bootsverleih gab.
Wir richteten uns ein und inspizierten den Platz und nutzten noch gleich schnell die Waschmöglichkeiten für unsere Wäsche. Zum draußen trocknen war es allerdings schon zu frisch und der Trockner musste es richten. Ich nutzte dann noch am Abend den Bootsverleih mit zwei weiteren deutschen Campern und wir gingen auf Fischjagd. Mehr oder weniger erfolgreich kehrten wir gut zwei Stunden später mit ein paar Dorschen und einer fetten Makrele zurück. Mehr war leider nicht drin, aber für ein kleines Essen sollte es reichen!

Ausgeschlafen oder abgebrochen? Um kurz nach 6 Uhr erklärte Fabian die „Nacht“ zum Tag. Wir nutzten den Vormittag auf dem Campingplatz bei heiterem Wetter um noch eine Ladung Wäsche zu machen. Mit Wind und Sonne soll diese wohl schnell draußen trocknen!
Weiter verbrachten wir den Vormittag mit aufräumen, putzen und die Duschmöglichkeiten ausnutzen (zum Gas und Wasser sparen im Wohnmobil).
Ach ja – Blog schreiben gehörte dann für mich auch noch dazu sowie das Stöbern im Internet nach Fährmöglichkeiten in Richtung Heimat. In knapp fünf Wochen wollten wir dann wohl mal wieder zuhause sein… ;-)

So, wie gewohnt ein paar Highlights aus unserem mittlerweile schon riesigen Foto-Pool!

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Unsere „Arctic Race of Norway Challenge“

Was für ein Nebel am Nordkapp. Gegen Mittag entschieden wir uns dann doch das Nordkapp zu verlassen. Wegen der „Arcitc Race of Norway Challenge“, einer riesigen Rennrad-Tour durch Norwegen wurde am späten Nachmittag die gesamte Zufahrt zum Nordkapp-Plateau gesperrt. So hieß es entweder ausharren oder fahren.
Wir konnten die Parkplatzausfahrt nur finden, weil wir sie am Tag zuvor als Einfahrt genutzt hatten und die nächsten 15 km wurde es nicht wirklich besser. Meter für Meter ging es über das Plateau. So eine Suppe habe ich noch nie gesehen…
Unter dem Nebel ging das Fahren dann wieder ohne Probleme! Wir fuhren noch bis Klubbukt, kurz vor Hammerfest. Auch Hammerfest wurde wegen des Rad-Events am folgenden Tag für den Verkehr gesperrt. So wurde die Entscheidung getroffen, Hammerfest nicht zu besuchen.
Klubbukt dagegen ist ein Mini-Mini-Fischerdorf mit winzigem Hafen und ein paar Häusern. Weit und breit nichts und wir mittendrin! Wir standen super ruhig im Hafen und haben dort nicht einen einzigen Norweger angetroffen.
Mit Blick auf die Brücke, die nach Hammerfest rüber führt, klang der Abend im Wohnmobil aus.
Ach ja, Wetter: ACHTUNG – Es regnete in Schauern und wir haben „nur“ noch 9°C. Die Heizung rennt…

Aus Klubbukt fuhren wir dann bei Nieselregen in Richtung Alta, wo es begann wieder trockener zu werden. In Alta trafen wir auch Andrea und Ernst-August wieder, die uns irgendwie seit dem Weihnachtsdorf verfolgen. ;-) Wir besuchten zusammen die Nordlichtkathedrale, welche erst im Winter 2013 eröffnet wurde. Für eine Kirche ist es ein richtig modernes Bauwerk und hoch modern. Leider wurde die Nordlichtattraktion im Untergeschoss noch nicht fertiggestellt. Vielleicht nächstes Mal…
Weiter ging es zum Museum Alta, welches eines der größten Gebiete für Felszeichnungen in Nordeuropa ist und mit zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir informierten uns ein wenig im Foyer, ließen jedoch den Gang zu den Felsen aus. Es war Zeit für Fabians Mittagsschlaf und so fuhren wir noch bis nach Synatur ca. 50 km hinter Alta am Rande eines Gletschers am Jokelsfjorden. Dort angekommen erwanderten wir noch einen Aussichtspunkt des Gletschers, doch leider verbarg er sich hinter einer dicken Wolkendecke. Gut 4 km weiter den Fjord hinunter gibt es einen netten kleinen Wohnmobilstellplatz direkt am Wasser mit kleinem Bootsanleger. Der Platz reicht für etwa 5 bis 6 Wohnmobile. Auch Andrea und Ernst-August fanden sich hier ein und ich verabredete mich mit den beiden für den morgigen Tag zum Wandern an den Fuß des Gletschers. Melanie und Fabian werden das Wohnmobil hüten. Der Weg ist weder Buggy-, noch Tragegeschirr-Kompatibel. :-(
Am Abend gab das Wetter dann noch einmal alles. Die Sonne lugte durch die Wolken und gab den Blick auf den riesigen Gletscher frei. Ein toller Anblick direkt vom Stellplatz aus.
Ich nutzte die Gelegenheit direkt am Fjord dann noch zum Angeln. Fisch ohne Ende! Ich angelte 19 kleine Seelachse in gut einer Stunde, aber nichts für die Pfanne. Grrmmppf…
Aber keiner Sorge, wir müssen hier nicht hungern!

Am anderen Morgen fuhr ich bei heiterem Wetter nach dem Frühstück, wie am Abend vorher mit den beiden Mannheimern verabredet zum Wanderparkplatz. Von da aus machten wir uns auf zur Wanderung zum Gletscherfuß. Die Aussicht je weiter wir voran kamen war fantastisch!
Der Weg bis kurz vor dem Gletscher war jedoch alles andere als ein Spaziergang. Dicke Felsen, Geröll und Pfade durch tiefe Wälder machten es nicht immer einfach für uns vier (Andrea, Ernst-August, deren Hund Lara und meine Winzigkeit). Mit einiger Kletterei an steilen Geröll-Abhängen war es dann soweit, wir erreichten nach 3,5 Stunden den Fuß des Gletschers im Jokelfjorden!
Kurz vor dem Erreichen des Ziels wurden wir noch Zeuge eines riesigen Gletscherabbruchs, welcher dann ins Tal rauschte. Wahnsinn!! Das knallt ganz gut…
Nach knapp einer halben Stunde Rast machten wir uns dann auch wieder auf den Rückweg. Nachdem wir den Pfad wieder gefunden hatten, lief es dann auch ganz gut, so dass wir um 16 Uhr wieder zurück am Wohnmobil bei Melanie und Fabian waren. Die beiden hatten den Tag genutzt um Wäsche zu waschen und einfach mal zu entspannen.
Am Abend gab es dann noch ein gemeinsames Wanderer Essen in der kleinen Küche am Stellplatz. Käsespätzle mit angebratenem Speck füllten unsere leeren Mägen. Lecker…
Der Abend endete nach dem Abwasch von Ernst-August und mir ruhig im Wohnmobil.

Gut und vor allem ruhig geschlafen startete der neue Tag. Wir machten uns bei Dauerregen frühzeitig auf in Richtung Tromsö . Entlang der E6 und der Lyngen-Alpen nahmen wir dann in Olderdalen und in Svensby die Fähren um den Weg abzukürzen. Hierbei mussten wir allerdings feststellen, dass 1 Meter mehr an Wohnmobil richtig Geld kostet. Sie können es ja nehmen…
Dafür konnten wir während der Fährzeit uns um Fabian kümmern und ihm sein Mittagessen verabreichen. Und wieder blieb nichts für den Papa über!
In Tromsö  angekommen wollten wir noch am Nachmittag die Eismeerkathedrale im Vorort Tromsdalen besuchen. Diese war jedoch wegen einer riesigen Hochzeit nicht zugänglich. So verschoben wir diesen Programmpunkt einen Tag nach hinten. Bei anhaltenden Regen suchten wir uns etwas außerhalb von Tromsö  einen Übernachtungsplatz. Diesen fanden wir auf einem Wanderparkplatz. Groß, einsam, matschig aber ansonsten in Ordnung.
Wir nutzen die Zeit bei dem Regen mit einem Schläfchen bevor wir den Abend ruhig ausklingen ließen.

Früh starteten wir in den Tag –  Die Sonne lacht durch die Wolken! Da steigt gleich auch wieder die Lust Neues zu Entdecken. Auf ging es zurück in die City vom Tromsö . Der Weg in Richtung Polarium war alles andere als einfach. Durch die „Arctic Race of Norway Challenge“ die hier Mitten um Tromsö  langführt, waren viele Straßen, Brücken und Tunnel gesperrt. Nach gut einer Stunde fanden wir einen passenden Parkplatz unterhalb der großen Stadtbrücke. Glück gehabt!
Wir machten uns zu Fuß auf durch die City. Auch hier war alles gesperrt. Alles nur Fahrradverrückte hier! ;-)
Im Polarium dann konnten wir uns ein wenig der arktischen Natur hergeben. Nett gemacht, mehr aber auch nicht. Von der Altstadt war leider heute auch nicht viel zu sehen. Tromsö  befindet sich aktuell in einem echten Ausnahmezustand!
Nach dem Besuch in der Touristinfo und der guten Versorgung mit Infomaterialien verließen wir dann die Stadt und fuhren weiter nach Mälselvfossen. Hier besichtigten wir einen riesigen Wasserfall sowie ein Unterwasseraquarium mit Wildlachsen, die hier eine riesige Fischtreppe passieren können.
Zum Abendessen würde uns einer schon reichen! ;-)

Und wo uns der Weg nach diesem Blog-Eintrag gleich noch hinführt, dass weiß noch nicht einmal die „Navigatorin“ – Wir sind gespannt!

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Ein kleiner Vergleich

Gestern hatten wir hier am Nordkapp noch traumhaftes Wetter mit Sonne, strahlend blauem Himmel und warmen Temperaturen. Nach dem Sonnenuntergang von gestern Abend (Übrigens wirklich „der Tag der Tage“) gingen wir ins Bett und gut drei Stunden später stürmt und regnet es ohne Ende!
Es herrscht aktuell so dichter Nebel, dass man gerade noch das Nachbarwohnmobil sehen kann. Mehr nicht…

Der Vergleich - Gestern / Heute
Der Vergleich – Gestern / Heute

An eine Weiterfahrt ist gerade absolut nicht zu denken. Neben dem Sturm, Nebel, engen Straßen und dem vielen Getier auf der Straße ist es einfach zu gefährlich. Aber wir haben ja noch Zeit…
Gleich werden wir noch mal in aller Ruhe die „Nordkapphallen“ auseinander nehmen und den Souveniershop plündern!
Vielleicht gibt es noch das ein oder andere Mitbringsel! ;-)

Nordkapphallen
Nordkapphallen (Aufnahme von Gestern, den 12. August 2014)

An Tagen wie diesen…

Plötzlich über Nacht, da war es da… Das Gefühl wir stehen am nördlichsten Ende Europas. Irre!
Wir genossen den Ausblick auf die Felsen, den Leuchtturm und wir drei frühstückten in aller Ruhe bevor wir uns wieder auf den Weg machten.
Um das Nordkapp zu erreichen, mussten wir erst wieder 250 km zurück in den Süden in Richtung Lakselv, bevor es von da an gut 200 km zum Nordkapp geht.
Wir kamen gut voran und hielten kurz nach unserer Mittagsrast am Silfar Canyon an. Durch den Silfar Canyon, welcher einer der höchsten Canyons Nordeuropas ist, fließt der kristallklare Borselv durch riesige Dolomitenformationen. Wir erwanderten uns dabei wunderschöne Aussichten!
Nach einem Tankstopp und der Ver- und Entsorgung an der ESSO in Lakselv fuhren wir noch weiter mit bis nach Trollholmsund. Hier endete auch nach 294 km unsere Tagesetappe. Fabian freut sich dabei fast schon immer aufs Fahren, endlich mal in Ruhe schlafen! ;-)
In Trollholmsund wanderten wir vor dem Abendessen noch einmal herunter zum Fjord. Es ging über Schafswiesen, kleinen Pfaden und Felswegen zu den Dolomitentrollen. Einer samischen Sage nach sind Trolle hier vor tausenden von Jahren zu Stein geworden. So standen sie auch da… Sehr nett und mit etwas Fantasie sieht man auch sehr witzige Figuren in den Steinformationen.
Zurück am Womo wurde das Abendessen zubereitet und noch eine Spieleinheit eingelegt. Die Vorfreude auf das Nordkapp steigt…

Etwas Statistik am Rande:
Von Slettnes der Nordspitze Europas bis nach Lakselv waren es 251 km die wir in 4 Stunden und 20 Minuten Fahrzeit zurücklegten. Bereits auf dem Hinweg war auf der Strecke dermaßen „viel“ los, das wir auf die Idee kamen, uns mal alles zu notieren, was uns so auf der Straße entgegenkommt.
Nein, wir langweilen uns nicht, aber dies soll einfach mal zeigen, was hier so los ist! ;-)
Übrigens, das war die Hauptverbindungsstraße, die wir da gefahren sind…

65 Autos
1 Auto mit Wohnwagen
12 Wohnmobile
0 Fahrräder
0 Fußgänger
2 Rentiere
9 LKW´s
1 Bus
0 Boote

Gut geschlafen mit meckernden Schafen rund um das Womo bereiteten wir uns auf die letzten 180 km Fahrt zu Nordkapp vor. Frühstück, Pampers wechseln und wir verließen bei strahlendem Sonnenschein Trollholmsund und fuhren über die E6, der Nordkapproute, auf direktem Wege in den Norden. Irgendwie konnten wir es dann doch kaum erwarten das Nordkapp anzufahren.
Die Fahrt durch enge Passagen, diversen Tunneln und wunderschönen Ausblicken auf die Fjordküste machten einfach mehr als süchtig!
Noch vor dem Mittag passierten wir die Nordkapp-Zahlstelle. Mit 320 Norwegischen Kronen (knapp 40 €) waren wir dabei. Wir fuhren auf den Parkplatz direkt mit Blickrichtung auf die Klippen und genossen schon jetzt die Aussicht. Mit dem Mittagessen im Bauch machten wir uns auf dem riesigen Plateau auf Erkundungstour. Ein wahnsinniger Moment – JA, wir haben unser ZIEL erreicht!
Nach der Foto-Session an der Nordkapp-Kugel mit und ohne Greffener Fahne verzogen wir uns wieder ans Womo. Fabian hielt seinen Mittagsschlaf im Buggy in der Sonne und bei 18°C ließ es sich dabei Prima aushalten!
Am frühen Abend hatten wir uns kurzfristig mit zwei anderen Pärchen, die wir auf der Tour Kennengelernt und auf diversen Stellplätzen immer wieder getroffen haben, zum Grillen am Nordkapp getroffen. Ein echtes Highlight zusammen mit Andrea & Ernst-August, Claudia & Andre und Melanie & Fabian! Wir wurden schon irgendwie etwas beneidet mit unserem Grillbuffet und doch noch belächelt –  ABER unser „1€-Grill“ brachte für so viele Personen eine echte Glanzleistung. (Ich hätte ihm so etwas nicht zugetraut!)
Nach dem Abwasch machten wir uns nochmal auf zur Nordkapp-Kugel. Das erste Abendlicht war eingetroffen und die ersten Fotos in „Sonnenuntergangsstimmung“ wurden geschossen. Ich kann einfach nicht mehr weg sehen.
Und während ich gerade diesen Blog-Eintrag schreibe, genießen wir aus unserem Womo den wolkenlosen Sonnenuntergang bei spiegelglatter See! Ein klasse Bild…

Im Nachtrag: Die letzten Bilder vom Sonnenuntergang wurden gerade erst „nach Redaktionsschluss“ gemacht! ;-)

Nochmal zum Titel dieses Blogs:
„An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit“
Quelle: DIE TOTEN HOSEN – Tage wie diese

P.S.: Das auswählen der Fotos war echt mehr als schwierig, aber hier die besten Eindrücke!

 

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Yes, we camp…!